Neben der Wahl zum Europaparlament, wird in Seelow am 26. Mai auch eine neue Stadtverordnetenversammlung gewählt. Seit geraumer Zeit stehen auch die Kandidatinnen und Kandidaten für das Stadtparlament fest. Jetzt, wo die Wahl in wenigen Tagen vor der Tür steht, ist es an der Zeit, an die neuen Abgeordneten zu appellieren – ganz gleich welcher Fraktion sie angehören werden.

In den vergangenen Jahren ist Seelow älter geworden. Die Jugend fühlt sich nicht genug repräsentiert und sieht oft keine Bleibeperspektive. Eine Folge dessen, ist der Wegzug aus der Stadt und dem ländlichen Raum. Natürlich haben die Stadtverordneten nicht immer direkt einen Einfluss auf die Faktoren, aber sie können auch Einfluss auf die Gremien nehmen, die Entscheidungen treffen können.

Ein wichtiges Beispiel ist der leise gestorbene Jugendrat, der mit vielen engagierten und eifrigen jungen Menschen gegründet wurde. Sie hatten Ideen, Pläne und Visionen, für die sie sich einsetzen wollten. Einige Vorhaben gelangen, doch ein großer Teil der Arbeit war für die jungen Menschen umsonst. Knapp zwei Jahre wurde über einen Bolzplatz und eine Skateranlage beraten, diskutiert und teilweise gestritten. Für einige Abgeordnete und sachkundigen Einwohner hatten diese Vorhaben eine niedrige Priorität. Offen wurde in den Ausschüssen dagegen debattiert und düstere Bilder gemalt, wie die jungen Menschen wohl mit einer solch teuren Anlage umgehen würden.
Ja, die Jugend hat dafür gekämpft, sich mit Verantwortlichen getroffen und konkrete Pläne vorgestellt. Die Verwaltung organisierte einen Workshop, in dem der Jugendrat mit Unternehmern zusammenkam und dessen Ziel es war, am Ende ein Angebot für die Errichtung der Anlage zu bekommen. Doch bisher vergebens.

Neben der direkten Beteiligung von Jugendlichen an den Entscheidungen in der Stadt, müssen auch Anreize geschaffen werden, die junge Menschen dazu bewegen, in der Stadt zu bleiben und hier ihre Familien zu gründen. Beim ÖPNV angefangen, über Schulen und Kitas wie auch das Ansiedeln von Unternehmen, um Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen, muss noch immer viel getan werden. Es braucht auch bezahlbaren Wohnraum und eine gute Daseinsvorsorge ohne lange Wege und Wartezeiten, um die Stadt attraktiver zu machen.

Wenn die Politik die jungen Menschen und ihre Bedürfnisse aus den Augen verliert, wird nicht nur Seelow eines Tages Schwierigkeiten haben, sondern auch der gesamte ländliche Raum.